Hervorgehoben

Von Menschen und Haaren: Die Gründungsstory von Your Loving Nature

Photo Credit: Marion Garz

Am besten starte ich mit meiner eigenen Geschichte und wie ich zu meinem ersten Stück Shampoo von Your Loving Nature (YLN) gekommen bin. Das war im Nachhinein betrachtet tatsächlich eine Ko-Evolution.

Marion Garz, Hairstylistin und Inhaberin von YLN ist seit mindestens 18 Jahren die einzige Person, die ich meine Haare schneiden lasse. Am Anfang standen in ihrem Salon noch reihenweise friseurexklusive konventionelle Haarpflegeprodukte in Plastikflaschen. Irgendwann, als ich meine ganze Kosmetik auf biologisch umgestellt hatte, fühlten sich diese Produkte nicht mehr richtig an. Ich sprach das bei Marion an. Sie war einverstanden, dass ich mein eigenes Shampoo zum Friseurbesuch mitbringe. Andere Kund*innen sind vor und nach mir ebenso auf diese Idee gekommen.

Nachdem Marion dann nach längerer Zeit des Gartenlebens total geerdet und inspiriert von der Einfachheit des Lebens mit und in der Natur in die Stadt zurückkehrte, war der Plan für eine eigene Haarpflegeserie gereift. Eines Tages präsentierte mir Marion Garz dann die Resultate: frische und handgemachte Haarpflegeprodukte in puristischer Form – ohne Zusätze von Erdölderivaten, ohne aggressive Waschtenside, ohne synthetische Weichmacher, ohne Konservierung durch Alkohol, ohne übertriebene Verdünnung, ohne überflüssige Verpackungen und ohne extrem lange Handelswege. Die Produkte stellen sich damit der wesentlichen Herausforderung an nachhaltiges Design – mehr aus weniger zu machen. Ich war völlig überzeugt und das mitgebrachte Shampoo konnte wieder zu Hause bleiben und wurde schließlich durch ein YLN-Shampoo ersetzt.

Die Kund*innen von Marion Garz spielen eine ganz aktive Rolle in dieser Geschichte und sind sozusagen zugleich Impulsgeber*innen, Tester*innen und Nutzer*innen der Produkte. Neben ihren Rückmeldungen fließt natürlich Marion´s jahrelange Erfahrung hinsichtlich der Beschaffenheit der Haare ihrer Kund*innen ein. In diesem innovativen Ansatz der Produktentwicklung werden Bedarfe aus sozialen Lebenswelten aufgegriffen und gleichzeitig die ökologischen Wirkungen im Blick behalten.

Im Jahr 2018 wurde mit neuen Produktentwicklungen schließlich die Marke „Your Loving Nature“ gelauncht. Seither wächst das Unternehmen von Marion Garz langsam und organisch, obwohl die Nachfrage nach nachhaltigen Haarpflegeprodukten ein weitaus schnelleres Wachstum erlauben würde. Aber das wäre dann nicht mehr im Sinne von YLN. Der Slogan des Unternehmens lautet passend „Wir machen hier nicht nur Haare“…sondern auch was anders.


Quellen:
Liedtke, C.; Buhl, J.; Borgmann, A. (2015): Nachhaltiges Design und Suffizienz – ressourcenleicht durchs Leben, In: UmweltWirtschaftsForum (2015) 23, S. 11-14.

Nachhaltigkeitsprojekt: Vom minimalistischen Design zu bewusstem Konsum

Photo Credit: Alien Spiller

In meinem ersten Beitrag möchte ich erläutern, was ich mit diesem Blog vorhabe. Die Blog-Philosophie wird im englischen Sprachgebrauch „Bloggy Mission Statement“ genannt. Das finde ich weitaus treffender. Die Mission dieses Blogs ist es, mehr Aufmerksamkeit für den Suffizienzgedanken zu erzeugen. Suffi was? Ja, darauf haben mich meine Freund*innen sogleich hingewiesen: nicht zu viele Fremdwörter verwenden und erklären, erklären, erklären. In den kommenden Beiträgen werde ich daher zur weiteren Erläuterung an die Fachbegriffe anknüpfen. Einleitend sei kurz das passende englische Wort „sufficient“ angeführt, welches mit ausreichend oder genügend übersetzt werden kann. In der Nachhaltigkeitswissenschaft steht Suffizienz unter anderem für ein bewussteres, Ressourcen sparendes Verhalten.

Mein Praxispartner für das Projekt ist das Berliner Unternehmen Your Loving Nature, das auf hochwertige ökologische Kosmetikprodukte spezialisiert ist. Wir nähern uns dem Thema Suffizienz aus konsumästhetischer Perspektive. Im Zentrum unserer Zusammenarbeit stehen die minimalistischen und stilisierten festen Kosmetikprodukte des Unternehmens. Die Produkte zeichnen sich nicht nur durch ihr puristisches Design aus. Ferner prägt Reduktion den gesamten Produktlebenszyklus, von der Herstellung bis zum Ende der Nutzungsphase.

Projekt-Flyer, Credit: Tina Jarek

Mit dem Projekt möchten wir mehr Menschen dazu anregen, sich auf die minimalistischen Produkte und den Verzicht auf Plastikverpackungen einzulassen. Ganz ohne Verpackung und den damit verbundenen Botschaften können sich Konsumenten mit den Produkten lediglich über ihren Gebrauchswert identifizieren. Das erfordert ein Umdenken und Loslösen von in der Werbung gängigen Wertzuschreibungen. Unser erklärtes Ziel ist es, dass Nutzer*innen die Idee des Weglassens von der Produktästhetik ausgehend auf andere Lebensbereiche übertragen. Das Projekt könnte so zu einem bewussteren Konsumverhalten beisteuern.

In diesem Sinne hoffe ich, mich mit Interessierten und Gleichgesinnten zu verbinden und auszutauschen. Es folgen bald weitere Beiträge, bleibt also dran. Melde dich unten an, um eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn ich etwas Neues poste.

Quellen:
Linz, Manfred (2004): Weder Mangel noch Übermaß: Über Suffizienz und Suffizienzforschung, Wuppertal Papers, No. 145, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Wuppertal, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-200911021828.