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Interview zum Blog auf #KAUFNIX veröffentlicht

Photo Credit: Alien Spiller

Am 12. April 2022 wurde mein Interview mit der Deutschen Umweltstiftung zu Ästhetik und Suffizienz auf #KAUFNIX, der Kampagnen-Website der Stiftung, veröffentlicht. Viel Spaß beim Lesen!

Deutsche Umweltstiftung (DUS): Dein Blog trägt den Namen „Ästhetik und Suffizienz“. Wie bist du auf das Thema gekommen? Und wie lassen sich deiner Meinung nach Ästhetik und Suffizienz verbinden oder welcher Zusammenhang besteht bereits?

Alien Spiller (AS): Mich hat grundsätzlich der Ansatz fasziniert, dass die reduzierte Ästhetik eines Produktes Wirkungen erzeugen könnte, die sich schrittweise auf andere Lebensbereiche übertragen lassen, dem Wunsch nach einem nachhaltigeren Lebensstil sozusagen eine Form verleiht. Design und Ästhetik haben ja grundsätzlich die Aufgabe, sich auf eine wesentliche Aussage zu konzentrieren. Und da landen wir auch gleich bei der Suffizienz, die auf ein Genug oder Weniger abzielt und somit ebenso die Frage nach dem Wesentlichen stellt.

DUS: Bevor wir nun zu deinem Thema von Suffizienz und Ästhetik kommen, magst du vielleicht zu Beginn zunächst kurz erläutern, was genau unter dem Suffizienz-Gedanken deiner Ansicht nach zu verstehen ist?

AS: In der Nachhaltigkeitsdebatte leitet sich das Konzept der Suffizienz aus der Annahme der Ressourcengerechtigkeit innerhalb und zwischen den Generationen ab und dass sich das aktuelle Konsumverhalten in der westlichen Welt nicht auf die gesamte Menschheit übertragen lässt, sondern eine Genügsamkeit in den Lebensstilen erfordert. Der Suffizienzgedanke lässt sich dann in verschiedene Strategien übersetzen, die Reduktion, Entschleunigung, Entkommerzialisierung und Regionalisierung umfassen.

DUS: In deinem ersten Blogpost gehst du zum einen auf das Konzept Suffizienz und zum anderen auf deine Zusammenarbeit mit dem Berliner Unternehmen YLN ein. Warum hast du dich für diese Kooperation im Bereich der Kosmetikprodukte entschieden?

AS: Ich bin schon seit vielen Jahren Kundin von Marion Garz, der Inhaberin von YLN, und war im wahrsten Sinne des Wortes hautnah bzw. haarnah bei der Produktentwicklung dabei. Ihr konzeptioneller Ansatz, Ästhetik, Funktion und den Wunsch nach gesellschaftlicher Veränderung hin zu mehr Nachhaltigkeit in einem Produkt aufeinander zu beziehen, hat mich überzeugt. Dem wollte ich im Rahmen meines Nachhaltigkeitsprojekts auf den Grund gehen und bot dem Unternehmen eine Zusammenarbeit an.

DUS: Inwiefern entspricht die Kosmetikmarke YLN deiner Meinung nach dem Konzept der Suffizienz?

AS: Während unserer Kooperation haben wir eine Lebenszyklusanalyse der festen YLN Shampoos im Vergleich zu konventionellen Shampoos in Plastikflaschen durchgeführt. Hier hat sich das Suffizienzkonzept vom Design bis zur Entsorgung durch den gesamten Produktlebenszyklus gezogen. Klar, die Verwendung biologischer statt konventioneller Inhaltsstoffe ist der Konsistenzstrategie zuzuordnen, also Produkte umweltfreundlicher herzustellen. Aber das minimalistische, platzsparende Design, die regionale Produktion mit kurzen Lieferwegen, die Einsparung von Wasser bei der Verwendung (z.B. durch Leave-in Conditioner) sowie der Wegfall von Verpackungsmüll sind Suffizienzstrategien und verursachen weniger Umweltwirkungen als etwa ein konventionelles Shampoo. Auch die bewusste Entscheidung des Unternehmens, das Wachstum zu begrenzen und im Kiez verankert zu bleiben, gehört in den Kontext der Suffizienz.

DUS: Insbesondere im Bereich Kosmetik ist Nachhaltigkeit inzwischen zum absoluten Trendthema geworden. In Drogerien lassen sich neben Zahnbürsten und Abschminktüchern, die nach eigener Angabe Nachhaltigkeitsversprechen erfüllen, seit einiger Zeit auch Produkte wie festes Shampoo und Duschgel von nahezu allen Kosmetikmarken finden. Inwiefern unterscheiden sich die Produkte von YLN von nachhaltigen Haarpflegeprodukten anderer Marken?

AS: Der große Unterschied ist, dass die Marke YLN aus dem Friseursalon heraus entwickelt wurde, basierend auf den Bedürfnissen und Wünschen von Kund*innen. Ich erinnere mich, dass ich vor einigen Jahren mit meiner eigenen Shampooflasche zum Haareschneiden gekommen bin, weil ich die konventionellen Produkte aus dem Salon nicht mehr verwenden wollte. Marion Garz ist dann noch einen Schritt weiter gegangen, einerseits biologische Inhaltsstoffe zu verarbeiten und gleichzeitig auf die Plastikverpackung zu verzichten. Irgendwann stellte sie mir dann ihre ersten festen Shampoos vor. So haben sich die Produkte im direkten Kund*innenkontakt immer weiter entwickelt und 2018 unter dem Label YLN in neuem Produktdesign und mit hochwertigen konzentrierten Inhaltsstoffen einen Relaunch erfahren. YLN ist da dem Boom der festen Kosmetikprodukte immer noch zeitlich voraus gewesen und hat eine echte Produktinnovation geschaffen.

DUS: Inwiefern ist der Ansatz von vielen unterschiedliche Pflegeprodukte (von Spülung, über Öl, bis zur Kur) deiner Meinung nach überhaupt mit dem Suffizienzgedanken und einer suffizienten Lebensweise vereinbar?

AS: Nein, so viele Produkte zu verwenden, hat meiner Meinung nach wenig mit Suffizienz zu tun. In der Kosmetikbranche wurden sicher auch Bedarfe geschaffen, dass für schönes Haar dieses und jenes Produkt benötigt wird. Ich selbst habe über die Jahre gemerkt, dass ich bestimmte Produkte gar nicht oder sehr selten benutze (wie Spülung oder Kur) und dann irgendwann wegschmeiße. Deshalb frage ich mich jetzt vor dem Kauf immer, brauche ich das wirklich?

DUS: In welchen anderen Bereichen des alltäglichen Konsums oder des generellen Konsums denkst du, kann man Suffizienz noch ausweiten und auf Resonanz/ positive Reaktionen in der Gesellschaft treffen? Wie kann man deiner Meinung nach mehr Menschen mit solchen nachhaltigen Produktideen erreichen und überzeugen?

AS: Ich denke, dass sich Suffizienz auf alle Lebensbereiche ausdehnen lässt oder sogar einen Lebensstil prägen kann. Der Gedanke ist meiner Ansicht nach leider nicht so populär, weil er oft mit Verzicht in Verbindung gebracht wird. Wenn man jedoch eine andere Rahmung nutzt, könnte man sich von einem möglichen Verzicht weg und auf die Frage zubewegen, was ein gutes Leben wirklich ausmacht und beim Konsum entsprechend bewusster vorgehen. Wie eingangs bereits angedeutet, lassen Produktideen wie die von YLN eine mögliche Zukunftsvision eines solchen ressourcenschonenden Lebens Realität werden. Sie stärken so die Selbstwirksamkeit der Menschen, ein nachhaltigeres Leben auf unserem Planeten Erde mitzugestalten. Man erreicht die Menschen wahrscheinlich am aller ehesten, wenn sie Teil dieser Geschichte sind und diese mit erzählen können.

[1] Zell-Ziegler, Corinna/Förster, Hannah: Mit Suffizienz mehr Klimaschutz modellieren. Relevanz von Suffizienz in der Modellierung. Übersicht über die aktuelle Modellierungspraxis und Ableitung methodischer Empfehlungen, im Auftrag des Umweltbundesamtes, Berlin 2018, S. 13-14, URL: Mit Suffizienz mehr Klimaschutz modellieren – Relevanz von Suffizienz in der Modellierung, Übersicht über die aktuelle Modellierungspraxis und Ableitung methodischer Empfehlungen – Zwischenbericht (researchgate.net), letzter Zugriff am 28.03.2022.

Erfolgreicher Projektabschluss: YLN im Finale um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021

Photo Credit: YLN

Zum Abschluss meines Nachhaltigkeitsprojekts „Ästhetik und Suffizienz: Vom minimalistischen Design zu bewusstem Konsum“ möchte ich einen tollen Erfolg auf meinem Blog teilen. Your Loving Nature (YLN) gehört im Wettbewerb Design zu den Finalisten um den begehrten Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP). Mit Hilfe der von mir im Projekt umgesetzten Bewerbung konnte sich das Unternehmen gegen eine Vielzahl anderer Unternehmen, Agenturen, Designer*innen, Student*innen und Startups bis ins Spitzenfeld des Wettbewerbs durchsetzen.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Design wurde dieses Jahr erstmalig ausgelobt und prämiert Designlösungen mit Transformationspotenzial. Es freut mich daher besonders, dass der in unserem gemeinsamen Projekt hervorgehobene Designansatz von YLN Anerkennung erfährt. In diesem Ansatz bezieht sich Minimalismus eben nicht nur auf die Form, sondern auch auf das Hinterfragen von Konsumverhalten und Lebensstilen. Die Wirkung einer solchen suffizienzorientierten Designstrategie im Transformationsfeld Gesellschaft konnte gegenüber der DNP-Expertenjury glaubhaft dargestellt werden. Das Unternehmen YLN kann nun mit der Nominierung seine Positionierung als Vorreiter für verantwortungsvolles Design stärken und durch die Nutzung des Finalist-Siegels für Verbraucher*innen kenntlich machen.

Der angestrebte Beitrag des Projekts zu nachhaltiger Entwicklung bewegt sich entlang Ziel 12 der Sustainable Development Goals – nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherzustellen. Bei Beibehaltung der aktuellen Lebensstile würde unser Ressourcenverbrauch im Jahr 2050 das Äquivalent von drei Erden beanspruchen. Eine tragende Rolle hinsichtlich der Minderung des Ressourcenverbrauchs nimmt das Design von Produkten und Dienstleistungen ein. In der Entwurfsphase eines Produktes werden bereits 80 Prozent der Umweltauswirkungen festgelegt (vgl. Liedtke et al. 2019). Zudem können über Design nachhaltige Haltungen und Werte aktiv vermittelt werden (vgl. ebd.).

Während konventionelles Design durch seine Produktentwürfe Lebensstile vorgibt, werden in neuen, unter Transformationsdesign zusammengefassten Ansätzen die Verbraucher*innen zu Mitgestalter*innen (vgl. Liedtke, Welfens & Fink 2016). Insofern kann transformatives Design die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Gestaltbarkeit befriedigen und helfen, „neue sozioökonomische und soziale Werte zu entwickeln, um so ein komplett neues Verständnis von Lebens-, Gesellschafts- und Wirtschaftsstilen zu schaffen“ (Liedtke et al. 2019, S.13). In diesem Sinne ist die von YLN entworfene Kosmetik ein für unsere Gesellschaft relevantes Zukunftskonzept.

Weitere Quellen:
Liedtke, C.; Kühlert, M.; Huber, K.; Baedeker, C. (2019): Transition Design Guide, Design für Nachhaltigkeit. Gestalten für das Heute und Morgen, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (Hrsg.).
Liedtke, C.; Welfens, J.; Fink, H. (2016): Crashkurs Nachhaltigkeit und Design, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (Hrsg.).

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021: Bewerbung von Your Loving Nature eingereicht

Photo Credit: Marion Garz

Einen wesentlichen Projektbaustein des Nachhaltigkeitsprojekts „Vom minimalistischen Design zu bewusstem Konsum“ bildet die Bewerbung von Your Loving Nature (YLN) um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) in der Kategorie Design. Als Projektpartnerinnen können Marion Garz von YLN und Alien Spiller (Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde) nun stolz verkünden, dass die Bewerbung eingereicht ist. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 30. Juni 2020.

Der neue DNP Design prämiert die besten Lösungen für gesellschaftliche Probleme durch ökologische und soziale Innovationen. Der Preis soll Gestalter*innen motivieren, ihre Arbeit noch stärker an Nachhaltigkeit auszurichten. Denn nachhaltiges Design kann die Lebensweise der Menschen verändern. Bewerber*innen weisen für eines oder mehrere der Transformationsfelder Klima, Ressourcen, Biodiversität, Fairness oder Gesellschaft den Beitrag ihrer Produkte oder Dienstleistungen zur Transformation in eine nachhaltige Zukunft nach.

Der Fokus der Bewerbung von YLN, die durch Alien Spiller erstellt wurde, liegt auf dem Transformationsfeld Gesellschaft. Das Unternehmen hat vor diesem Hintergrund ein gesellschaftliches Experiment gewagt. Als Inspiration für die Produktentwicklung diente der von Joseph Beuys geprägte Ansatz der „Sozialen Plastik“. Dieser resultiert aus dem Verständnis, dass Kunst kein abgeschlossenes Werk im Sinne eines Artefaktes darstellt, sondern den Menschen als kreatives und denkendes Wesen einbezieht. Die Plastik bleibt in diesem sozialen Kontext immer formbar. Beuys war der Meinung, „daß es keine einzige Möglichkeit gibt, etwas für den Menschen zu tun, als aus der Kunst heraus“. Transformation beginnt im Kopf.

In der Entwicklung ihres konzeptionellen und minimalistischen Haar- und Hautpflege-Systems ließ sich Friseurin und Haarexpertin Marion Garz neben ihrer Liebe zur Natur ganz von diesem künstlerisch-ästhetischen Ansatz leiten. Im Produktdesign werden daher nicht nur Umweltwirkungen im Lebenszyklus mitgedacht, um diese möglichst minimal zu gestalten. Sondern mit den Erfahrungswerten als Friseurin fließen tatsächliche Nutzerbedürfnisse ein. So sind sinnvolle Produkte entstanden, für die ein echter Bedarf besteht und die ohne Qualitätsverlust bis zum letzten Krümel aufgebraucht werden können.

Dass YLN Ästhetik, Funktion und gesellschaftliche Akteure mit seinen Produkten aufeinander beziehen kann, ist im Sinne eines entwerfenden Designs ein innovativer Vorschlag für ein nachhaltiges Leben. Minimalismus bedeutet für das Unternehmen aber ebenso, zum Hinterfragen von Beauty-Denken, Luxus und Konsum anzuregen. YLN möchte gesellschaftliche Wirkung entfalten, indem bei Verbraucher*innen eine Sensibilisierung für die Natur und unsere wirtschaftlichen Zusammenhänge in Bezug auf die Welt geweckt wird. So kommen wir gemeinsam ins Handeln. Weniger Konsum heißt weniger Müll, weniger Umweltbelastung und mehr Klimaschutz.

Quellen:
Harlan, Rappmann, Schata (1984): Soziale Plastik, Materialien zu Joseph Beuys, 3. erweiterte und ergänzte Auflage, Achberg, S. 39.

Von Menschen und Haaren: Die Gründungsstory von Your Loving Nature

Photo Credit: Marion Garz

Am besten starte ich mit meiner eigenen Geschichte und wie ich zu meinem ersten Stück Shampoo von Your Loving Nature (YLN) gekommen bin. Das war im Nachhinein betrachtet tatsächlich eine Ko-Evolution.

Marion Garz, Hairstylistin und Inhaberin von YLN ist seit mindestens 18 Jahren die einzige Person, die ich meine Haare schneiden lasse. Am Anfang standen in ihrem Salon noch reihenweise friseurexklusive konventionelle Haarpflegeprodukte in Plastikflaschen. Irgendwann, als ich meine ganze Kosmetik auf biologisch umgestellt hatte, fühlten sich diese Produkte nicht mehr richtig an. Ich sprach das bei Marion an. Sie war einverstanden, dass ich mein eigenes Shampoo zum Friseurbesuch mitbringe. Andere Kund*innen sind vor und nach mir ebenso auf diese Idee gekommen.

Nachdem Marion dann nach längerer Zeit des Gartenlebens total geerdet und inspiriert von der Einfachheit des Lebens mit und in der Natur in die Stadt zurückkehrte, war der Plan für eine eigene Haarpflegeserie gereift. Eines Tages präsentierte mir Marion Garz dann die Resultate: frische und handgemachte Haarpflegeprodukte in puristischer Form – ohne Zusätze von Erdölderivaten, ohne aggressive Waschtenside, ohne synthetische Weichmacher, ohne Konservierung durch Alkohol, ohne übertriebene Verdünnung, ohne überflüssige Verpackungen und ohne extrem lange Handelswege. Die Produkte stellen sich damit der wesentlichen Herausforderung an nachhaltiges Design – mehr aus weniger zu machen. Ich war völlig überzeugt und das mitgebrachte Shampoo konnte wieder zu Hause bleiben und wurde schließlich durch ein YLN-Shampoo ersetzt.

Die Kund*innen von Marion Garz spielen eine ganz aktive Rolle in dieser Geschichte und sind sozusagen zugleich Impulsgeber*innen, Tester*innen und Nutzer*innen der Produkte. Neben ihren Rückmeldungen fließt natürlich Marion´s jahrelange Erfahrung hinsichtlich der Beschaffenheit der Haare ihrer Kund*innen ein. In diesem innovativen Ansatz der Produktentwicklung werden Bedarfe aus sozialen Lebenswelten aufgegriffen und gleichzeitig die ökologischen Wirkungen im Blick behalten.

Im Jahr 2018 wurde mit neuen Produktentwicklungen schließlich die Marke „Your Loving Nature“ gelauncht. Seither wächst das Unternehmen von Marion Garz langsam und organisch, obwohl die Nachfrage nach nachhaltigen Haarpflegeprodukten ein weitaus schnelleres Wachstum erlauben würde. Aber das wäre dann nicht mehr im Sinne von YLN. Der Slogan des Unternehmens lautet passend „Wir machen hier nicht nur Haare“…sondern auch was anders.


Quellen:
Liedtke, C.; Buhl, J.; Borgmann, A. (2015): Nachhaltiges Design und Suffizienz – ressourcenleicht durchs Leben, In: UmweltWirtschaftsForum (2015) 23, S. 11-14.

Nachhaltigkeitsprojekt: Vom minimalistischen Design zu bewusstem Konsum

Photo Credit: Alien Spiller

In meinem ersten Beitrag möchte ich erläutern, was ich mit diesem Blog vorhabe. Die Blog-Philosophie wird im englischen Sprachgebrauch „Bloggy Mission Statement“ genannt. Das finde ich weitaus treffender. Die Mission dieses Blogs ist es, mehr Aufmerksamkeit für den Suffizienzgedanken zu erzeugen. Suffi was? Ja, darauf haben mich meine Freund*innen sogleich hingewiesen: nicht zu viele Fremdwörter verwenden und erklären, erklären, erklären. In den kommenden Beiträgen werde ich daher zur weiteren Erläuterung an die Fachbegriffe anknüpfen. Einleitend sei kurz das passende englische Wort „sufficient“ angeführt, welches mit ausreichend oder genügend übersetzt werden kann. In der Nachhaltigkeitswissenschaft steht Suffizienz unter anderem für ein bewussteres, Ressourcen sparendes Verhalten.

Mein Praxispartner für das Projekt ist das Berliner Unternehmen Your Loving Nature, das auf hochwertige ökologische Kosmetikprodukte spezialisiert ist. Wir nähern uns dem Thema Suffizienz aus konsumästhetischer Perspektive. Im Zentrum unserer Zusammenarbeit stehen die minimalistischen und stilisierten festen Kosmetikprodukte des Unternehmens. Die Produkte zeichnen sich nicht nur durch ihr puristisches Design aus. Ferner prägt Reduktion den gesamten Produktlebenszyklus, von der Herstellung bis zum Ende der Nutzungsphase.

Projekt-Flyer, Credit: Tina Jarek

Mit dem Projekt möchten wir mehr Menschen dazu anregen, sich auf die minimalistischen Produkte und den Verzicht auf Plastikverpackungen einzulassen. Ganz ohne Verpackung und den damit verbundenen Botschaften können sich Konsumenten mit den Produkten lediglich über ihren Gebrauchswert identifizieren. Das erfordert ein Umdenken und Loslösen von in der Werbung gängigen Wertzuschreibungen. Unser erklärtes Ziel ist es, dass Nutzer*innen die Idee des Weglassens von der Produktästhetik ausgehend auf andere Lebensbereiche übertragen. Das Projekt könnte so zu einem bewussteren Konsumverhalten beisteuern.

In diesem Sinne hoffe ich, mich mit Interessierten und Gleichgesinnten zu verbinden und auszutauschen. Es folgen bald weitere Beiträge, bleibt also dran. Melde dich unten an, um eine Benachrichtigung zu erhalten, wenn ich etwas Neues poste.

Quellen:
Linz, Manfred (2004): Weder Mangel noch Übermaß: Über Suffizienz und Suffizienzforschung, Wuppertal Papers, No. 145, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Wuppertal, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:101:1-200911021828.